Michi Braun
Björn Mensing
2025 | Mixed Media ca. 120,0 x 110,0 cm
Seit gut 20 Jahren ist Dr. Björn Mensing Pfarrer der evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte. Der aus Deutschlands Norden stammende Seelsorger und Historiker ist seitdem im Thema des „dunkelsten Kapitel Dachaus“ unermüdlich im Einsatz, organisiert in der Gedenkstätte Führungen, Zeitzeugengespräche, Ausstellungen, Gedenkveranstaltungen und Gottesdienste – Erinnerungsarbeit für die Opfer des NS-Regimes und ihrer Angehörigen. Dabei versucht er, durch intensive Recherche der Schicksale und Lebensgeschichten, den Opfern ihre Namen, ihre Persön- lichkeit zurückzugeben. Wichtig ist ihm dabei, diese Erinnerung insbesondere der nachkommenden Generation und auch uns Dachauern nahezubringen – Erinnerung an ein Kapitel, das manche gerne ausgeblendet lassen. Erinnerung als Appell – ein Appell für Demokratie und Menschlichkeit. Es ist für ihn eine Herzensangelegenheit. Unerschrocken, unbequem mischt sich Mensing in aktuelle Geschehnisse und politische Entwicklungen ein, versucht wach zu rütteln, vernetzt, diskutiert – aber auch mit Freundlichkeit, mit gemeinsamen Lachen und Feiern – für Frieden und ein Miteinander – und wird dabei nicht müde.

Rosa Rühl
2025 | 5-Farbserigraphie Auflage 15 | 90,0 × 60,0 cm
Die „Rote Rosa“ Dachaus, wie sie unter den Dachauern auch genannt wird, hat mit ihrem berühmten Pseudonym so einiges gemein. Politisch stets unbequem und unerschrocken, lebte sie zeitlebens verschiedenste Rollen und große Ideen und überzeugte mit ihrem herzlichen Wesen. Als langjährige SPD-Stadträtin mischte sie in der Dachauer Stadtpolitik mit. Viele Dachauer hat sie auch als Grund- schullehrerin maßgeblich geprägt, Kreisvorsitzende der AWO war sie und gründete später sogar eine Bauträgerfirma, aber doch war sie ja auch Hausfrau und Mutter. Dann widmete sie sich nach ihrer Pensionierung ihrer Kunstleidenschaft – die lokale Kunst entdeckte sie zu der Zeit ihres Stadt- ratsmandats. Sie formte ein echtes subkulturelles Projekt in Dachau, gründete den Förderverein Dachauer Wasserturm mit und so wurde die Vision der Umnutzung des Wasserturms in eine selbst- verwaltete Kunstlocation verwirklicht. Sie war dort bis vor kurzem als Kassenwartin tätig und organi- siert die Kunstauktionen bis in ihr heutiges, fast biblisches Alter. Rosa ist als unermüdliche Mäzenin aus dem lokalen Dachauer Kunst- und Kulturleben nicht mehr wegzudenken.
Frank Striegler
2025 | Mixed Media ca. 80,0 x 70,0 cm
Einer von den „Vieren von der WG“ in der Gröbenrieder Straße. Hier nahm vieles seinen Anfang, hier wurde politisch diskutiert, wurden Pläne geschmiedet. Diese Kommune – eine wahre Quelle kreativen Gedankenguts, wo sich in den 1980ern eine Subkultur zum sonst so konservativen Kultur- leben Dachaus entwickelte: Friedenswoche, internationale Jugendbegegnung und -bewegung und und Evangelische Jugend. Unter Franks Leitung wurde dort 1984 die „Kleinkunstbühne Leierkasten“ geboren, die bis heute Dachau mit Weltmusik, Kabarett und Theaterveranstaltungen für Erwachsene und Kinder aufwertet. Auch die Idee eines richtigen Festivals konnte in Dachau auf Initiative von Frank Striegler mit dem „kult Festival“ in den 1990ern verwirklicht werden. Als Initiator der Theater- tage verzaubert Frank Striegler mit seinem Team seit 25 Jahren Kinder- und Erwachsenenherzen. Aus Leidenschaft entstehen pädagogisch anspruchsvolle Programme und immer neue Formate hochkarätiger Künstler:innen. Striegler hat Sinn für das Besondere, für das Außergewöhnliche und die Gabe, damit die Gemeinschaft zu begeistern. Er hat Dachaus Kinderkultur-, Kleinkunst- und Musikszene wie kein Zweiter geprägt und ganze Generationen bereichert. Danke, Frank!





