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28 | Mayumi Yamakawa

Goldstern trifft Silbermond
Mayumi Yamakawa

RAUS – räumlich und gedanklich, raus aus sich selbst, Vertrautes anders sehen: Japanische Schriftzeichen stehen in der unmittelbaren Bildhaftigkeit, die ihnen heute trotz aller Abstrahierungen vielfach noch anzumerken ist, für die Sicht auf die Welt. Drei parallele Striche können ein Fluss sein oder die Ziffer 3. Vier Striche können Berge andeuten und auch „Berg“ bedeuten. Wer „von draußen“ auf die Schriftzeichen und ihren Symbolgehalt blickt, kann dies erkennen – das kulturelle und sprachliche Wissen vorausgesetzt. Die ausgestellten Arbeiten, darunter die Bildserie Goldstern trifft Silbermond, zeigen kalligraphisch verfremdete japanische Kanji (wörtlich „China Zeichen“) für Begriffe, die mit dem Draußen verbunden sind – zum Beispiel Himmelskörper, Objekte in der Landschaft, Lebewesen, Gedankenwelten. Die Darstellungsform und -technik Sumi-e (wörtlich „Tusche – Papier“) ist jahrhundertealt und in ihren Möglichkeiten der Reduktion unverändert aktuell: Nicht zeigen, was ist, sondern andeuten, was sein könnte.

 

Website:www.yamakawa.eu